Gruppenfoto in Würzburg

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Projektziele des Hochschuldialogs

Hauptziel des Projekts ist die Förderung eines durch den fachlichen Austausch angeregten Kulturdialogs mit Jordanien und dem Libanon. Die Projektbeteiligten arbeiten im Projekt an fachlichen Lösungen und erwerben gleichzeitig in Form von impliziten Lernprozessen Wissen um die jeweils andere Kultur, Sozialisation, Gesellschaft und Gesellschaftsordnung, einschließlich ihrer religiösen und säkularen Prägungen. Damit wird der Umgang bis hin zur Zusammenarbeit mit „dem Anderen“ erlernt und eingeübt. Um einen Dialog über den fachlichen Austausch hinaus anzuregen, wird bei den Veranstaltungen, die abwechselnd im Libanon, Jordanien und Deutschland stattfinden, Wert auf die Auseinandersetzung mit Geschichte und Gesellschaft des jeweiligen Landes sowie seine kulturelle und religiöse Prägung gelegt. Die durch das Projekt erworbene internationale, interkulturelle und interreligiöse Sensibilität vermögen die Projektteilnehmer später auch im professionellen Alltag abzurufen und in den Kreis der Kolleginnen und Kollegen, der Studierenden und in die Gesellschaft auch bereits unmittelbar im Rahmen des Projekts zu transportieren. Offensichtlich ist ein solcher Multiplikatoreneffekt im Hinblick auf die Soziale Arbeit, die besonders gefordert ist, im unmittelbaren Umgang mit Flüchtlingen erste Brücken in die Aufnahmegesellschaft zu bauen, und doch vielfach nur unzureichend vorbereitet ist. Der Projektschwerpunkt liegt deshalb bewusst auf dieser Fachrichtung.

Der Einbezug von Bachelor- und Masterstudierenden aus allen Projektländern und aus den verschiedenen Fachbereichen in die Projektumsetzung, die Möglichkeit für die beteiligten Studierenden ihre Masterarbeiten im Rahmen des Projekts im gleichen Themenbereich zu schreiben, weckt akademisches Interesse und fördert die wissenschaftliche Betätigung. Zudem werden Wissenschaftliche Mitarbeitende in allen drei Ländern mit der Projektkoordination beauftragt sowie in den Austausch miteinbezogen, womit nicht nur Grundlagen für die Kooperation in Forschungsprojekten geschaffen, sondern auch die fachliche Auseinandersetzung der Nachwuchswissenschaftler/innen mit dem Projektthema gefördert und zur Promotion im gleichen Themenbereich ermutigt wird. Die fachliche Betreuung wird durch jeweils eine zuständige Professur an jeder Hochschule sichergestellt. Geschlechtergerechtigkeit ist ein Auswahlkriterium für die Dialogteilnehmer/innen. Die Interdisziplinarität des Ansatzes sowie die Sensibilität aller beteiligten Hochschulen gewährleistet die Diversität der Teilnehmer. Fragen eines geschlechtsspezifischen bzw. geschlechtsneutralen Zugangs zu Fachfragen werden im Dialog aufgegriffen.

Während der Mobilitäten setzen sich die Projektteilnehmenden unmittelbar mit der jordanischen, libanesischen und deutschen, vom Islam bzw. dem Christentum geprägten Geschichte, Kultur, Gesellschaft sowie der sozialen und politischen Situation einschließlich Formen des gelungenen aber auch konflikthaften Zusammenlebens und der Rolle der Sozialen Arbeit im nationalen Kontext auseinander. Dies geschieht zu einem großen Teil in Form eines impliziten Lernprozesses und ergänzt als wesentliches Element die anwendungsbezogene Auseinandersetzung mit der Flüchtlingssituation in der Transit- und der Zielregion. Impulse aus diesem Austausch werden über die Projektbeteiligten in der Lehre an den Partneruniversitäten aufgegriffen, indem Erfahrungswerte und Ergebnisse aus dem Projekt zum Beispiel in die Curriculum-Entwicklung der beteiligte Studiengänge aufgenommen werden. Ziel ist auch die nachhaltige Vernetzung der beteiligten Hochschulen untereinander, um langfristig Strukturen für einen intensiven Dialog zwischen Deutschland, Jordanien und dem Libanon zu etablieren. Die FHWS baut die internationale Zusammenarbeit mit dem Libanon auf und erweitert die bereits bestehenden Kooperationsstrukturen mit Jordanien. Auch die regionale Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Universitäten aus Jordanien und dem Libanon wird durch das Projekt gestärkt.

Die gewonnen Erfahrungswerte, die erlangte Bewusstseinsschärfung und interkulturelle Sensibilität, die Fähigkeit zur gleichzeitig internationalen, interkulturellen und interdisziplinären Kooperation werden nachhaltig prägend in die einzelnen Fachdisziplinen und über diese in die Migrationsgesellschaft hineinwirken und einen bedeutsamen Beitrag zu deren Öffnung leisten. Durch den Multiplikatoreneffekt und über den institutionalisierten Austausch mit Einrichtungen und Vertreter/innen der Praxis und Zivilgesellschaft, besonders bei der Veranstaltung von Workshops und Foren in den drei beteiligten Ländern, werden weitere Studierende und Lehrende sowie die interessierte Öffentlichkeit in den Dialog einbezogen, wodurch neue Blickwinkel gewonnen werden. Die Medienarbeit der Hochschulen und eine gemeinsame online Plattform und Publikation bilden den Dialog und die fachlichen Erkenntnisse ab. Es wird angestrebt Veröffentlichungsorgane zu etablieren, die gemeinsam genutzt werden.